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Die Lithographie
“Der Denunziant “ (1962; Paul A. Weber, eines seiner wichtigsten Werke). Die ehemalige Küche des Hauses dient heute als Lithographie-Werkstatt. Hier sind die Lithographie-Presse und auch die Holzschnitt-Presse Webers auf- gestellt, die bei Kursen im Museum noch heute benutzt werden.
Weber wählte das Medium der Lithographie, um einerseits seine Bildideen einem breiten Publikum zugänglich ma- chen zu können, andererseits nicht auf die vielfältigen Möglichkeiten der Zeichnung verzichten zu müssen, da die- ses Druckverfahren ein ähnliches Arbeiten zulässt, wie eine Handzeichnung.
Dieses 1798 erfundene Flachdruckverfahren benötigt als Grundmaterial eine Platte aus Solnhofer Kalkschiefer. Die- ser ist in der Lage, sowohl Wasser wie auch Fett aufzunehmen. Nach sorgfältigem Glattschleifen kann mit fett- hal- tiger Lithotusche oder Lithokreide auf den Stein gezeichnet werden. Nachdem die fertige Zeichnung mit Talkum be- handelt wurde, streicht man sie mit Salpetersäure und Gummi arabikum ein. Anschließend wäscht man die trockene Ätzlösung ab und reibt den feuchten Stein mit Terpentinöl ab. Die Zeichnung verschwindet dabei fast völlig. Nun wird über den feuchten Stein mit einer Walze fetthaltige Druckfarbe aufgetragen. Die Farbe bleibt nur an den fettigen Stellen der Zeichnung haften und wird vom Wasser der unbezeichneten Stellen abgestoßen. Mit Hilfe der Presse kann nun die Zeichnung seitenverkehrt auf ein darüber gelegtes Papier abgedruckt werden.
Weber versah seine Arbeiten zum Zeichen der persönlichen Qualitätskontrolle links unten mit einem roten Stempel mit dem Signet der Clan-Presse - das ehemalige Signet des "Widerstandskreises" mit einem "w" für Weber.
Photokunst
Die Einführung des Posters Mitte der 60er Jahre verhalf auch dem künstlerischen Foto zu einer bis dahin nie für möglich gehaltenen Breitenwirkung.
Millionenfach wurden seinerzeit die Portraits bekannter Pop-Musiker angeboten, aber auch romantische Erotik-Po- ster im Weichzeichnerstil. Seit der Erfindung der Fotografie durch Daguerre 1837 ist sie auch zugleich künstleri- sches Medium. Die Trennung von Technik, Kunst und Natur war damals noch nicht so scharf wie später. Erst seit den 50er Jahren wird die Synthese durch die künstlerische Fotografie wieder versucht. Heute stehen sich zwei Richtungen gegenüber. Durch Verfremdung mit Filtern, ungewöhnliche Ausschnitte, Brennweiten oder Vorsatzlin- sen wird versucht, das bloße Abbild auf eine höhere, ästhetisierende Stufe zu stellen. Die andere Gruppe will, durch (scheinbar) realistische Ausdrucksmittel, wie grobkörniges Filmmaterial und starke Kontraste, das Bewusstsein des Betrachters auf Ihre Intentionen einstellen.
Pop- und Op-ART - Der große Knall...
Pop ist nicht nur eine Stilrichtung der bildenden Kunst, sondern Ausdruck eines ganzen Lebensgefühls, das Mitte der 60er Jahre von der populären Musik geprägt wurde.
Damit in engem Zusammenhang steht die Optical Art, schon etwas früher entstanden. Ihr Protagonist Vasarely ar- beitet häufig mit schwarz-weißen Kontrasten, die dem Auge eine im Bild konstruierte Dreidimensionalität suggeriert.
Ganz anders jedoch die Pop Art. Sie bevorzugt das Gegenständliche, leicht Verständliche. Suppendosen oder Bil- der, die wie überdimensionale Ausschnitte von Comic Strips wirken, werden nun darstellungswürdig. Diese Kunst, wie sie von Lichtenstein, Warhol, Haring oder Dine vertreten wird, wendet sich an jedermann. Die Pop Art bedient sich darum der Mittel typischer Reklamekunst, knallige, großflächig eingesetzte Farben, auch kombiniert mit Pho- tocollagen.
Warhol's “Marylin” war zu dieser Zeit wohl das neben Leonardos “Mona Lisa” bekannteste Bild überhaupt. Insge- samt gesehen erlebt diese Bilderwelt eine bis dahin nie erreichte Verbreitung als Poster, dieser ganz speziellen Form der Reproduktionsgrafik.
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